Jahrzehntelang dominierte die „Kultur der Arbeitskabinen“ die Bürolandschaft. Bildreihen von beigefarbenen kabinenartigen Arbeitsplätzen mit minimalen Fensterflächen und greller Neonbeleuchtung. Diese langweiligen, seelenlosen Umgebungen – entworfen, um Raumkosten zu sparen – förderten monotone Arbeitsstile. Darüber hinaus hielten die dominierenden technologischen Geräte der damaligen Zeit (Desktop-Computer, Festnetztelefon) die Büroangestellten an ihren Schreibtischen fest.

Heute verschwinden Routinetätigkeiten immer schneller, die Arbeit wird zunehmend digital, Kreativität und Zusammenarbeit sind wichtiger geworden. Großraumbüros waren eine erste Antwort auf den Wandel der Arbeit, haben aber gravierende Nachteile. Sie sollen die Zusammenarbeit fördern und die Kreativität anregen, aber die Menschen, die in ihnen arbeiten, leiden unter häufigen Unterbrechungen, Lärm und Schwierigkeiten, sich auf die jeweilige Aufgabe zu konzentrieren. Sie werden von Reizen überflutet und können sich ihnen nicht entziehen, besonders schlecht für Introvertierte. Denken Sie einmal darüber nach: Was bringt es, großartige Talente zu gewinnen (und zu bezahlen), um sie dann in einen Raum zu bringen, in dem sie ständig abgelenkt werden und nicht ernsthaft arbeiten können?

Aus diesem Grund setzen viele Unternehmen auf Activity Based Working (ABW). Hierbei handelt es sich um ein „Hybrid“-Modell, das eine Vielzahl von Rahmenbedingungen bietet, um eine ganze Reihe von verschiedenen Aktivitäten und Arbeitsstilen zu unterstützen.

Activity-based working and smart tech

Activity Based Working: Was es ist und was es nicht ist

Fangen wir mit dem an, was es nicht ist. Activity Based Working ist nicht:

  • Das Arbeiten in trendigen neuen Büros mit vielen Gimmicks
  • Großraumbüros oder Hot-Desking (obwohl einige dieser Eigenschaften vorhanden sein können)
  • So viele Menschen wie möglich von zu Hause aus arbeiten zu lassen
  • Möglichst viele Menschen auf kleinstem Raum zusammenzupferchen

Der Kerngedanke, der hinter gemeinsamen Arbeitsbereichen steht, ist, dass die Mitarbeiter nicht mehr an einen einzelnen Schreibtisch gefesselt sind. Sie haben keine zugewiesenen Arbeitsplätze mehr, sondern haben Zugang zu speziellen Einrichtungen, die die besten Voraussetzungen für verschiedenste Tätigkeiten bieten.

Wenn man darüber nachdenkt, ist es ein bisschen wie zu Hause. Zu Hause benutzen Sie und Ihre Familie jedes Zimmer für bestimmte Tätigkeiten. Einige Zimmer sind ruhige Räume, einige sind privat, andere dienen bestimmten Aufgaben (bspw. dem Kochen), andere sind Bereiche, in denen man sich trifft und unterhält.

Wie bei Ihnen zu Hause sollte ein gut gestalteter Arbeitsplatz Ihre regelmäßigen Aktivitäten den ganzen Tag über unterstützen. Deshalb ist es wichtig, verschiedenartige Räume anzubieten. Bspw.:

  • Freiflächen zur Förderung der Interaktion mit Mitarbeitern
  • Räume für konzentriertes Arbeiten
  • Räume für ungeplante Team-Meetings (in der Regel für bis zu 5 Personen)
  • Größere Besprechungsräume für geplante Besprechungen
  • Telefonkabinen
  • Break-out-Bereiche für informelle Meetings abseits der Hektik des Arbeitsplatzes (denken Sie einmal darüber nach, diese im Stehen abzuhalten, um zu erreichen, dass sich die Sitzungen nicht zu lange hinziehen)
  • Gemütliche Räume zum Entspannen und für ungezwungene Gespräche mit Kollegen

Neben dem physischen Arbeitsplatz benötigen die Mitarbeiter auch eine effektive virtuelle Arbeitsumgebung, die jederzeit und überall Zugriff auf alle relevanten Informationen bietet. Sowie die Werkzeuge, um effizient mit Kollegen und Mitarbeitern zusammenzuarbeiten, wo immer sie auch sein mögen.

Raumkonsumenten

Activity Based Working bietet den Angestellten eine ganze Reihe von Auswahlmöglichkeiten. Infolgedessen werden sie zu Raumkonsumenten – sie wählen und suchen aktiv nach dem Raum, der für ihre Tätigkeit am besten geeignet ist. Benutzerfreundliche, intuitive Technologien können die Leistung einer tätigkeitsorientierten Arbeitsumgebung und die Zufriedenheit der Anwender weiter steigern. Insbesondere setzen Unternehmen bereits IoT-bezogene Technologien ein, um den Umgang mit flexiblen Arbeitsumgebungen zu optimieren.

Flächenoptimierung

Mit Leuten, die auf verschiedenen Stockwerken und in verschiedenen Räumen arbeiten, ist es praktisch unmöglich, einen klaren und objektiven Überblick über die tatsächliche Raumnutzung im Laufe der Zeit zu erhalten. Glücklicherweise gibt es jetzt unauffällige Funksensoren, die die Präsenz in Echtzeit erkennen können. Wenn diese Sensordaten in die Cloud übertragen und auf Grundrissen und Dashboards visualisiert werden, hilft es, die tatsächliche Nutzung des Arbeitsplatzes zu verstehen.

Auf diese Weise können Unternehmen die richtige Balance zwischen Verfügbarkeit von Schreibtischen und Raumeffizienz sicherstellen und die Arbeitsumgebung im Zuge der Schrumpfung oder Erweiterung der Belegschaft neu ausbalancieren. Sehen Sie sich dieses Video an, um zu sehen, wie der multinationale Versicherungskonzern AXA die Raumüberwachung an seinen tätigkeitsbezogenen Arbeitsplätzen in der Unternehmenszentrale in Brüssel einsetzt.

Arbeitsplatz-Komfort

Es gibt immer mehr Belege dafür, dass Temperatur und Luftqualität mit Wohlbefinden und Produktivität zusammen hängen. Auch hier kann das IoT hilfreich sein, um die Bedingungen zu überwachen und Anomalien zu erkennen. Funksensoren überwachen nicht nur die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und den CO2 Gehalt, sie können auch die Konzentration flüchtiger organischer Verbindungen (VOCs) am Arbeitsplatz messen. In Verbindung mit Visualisierungs- und Analysewerkzeugen hilft dies den Führungskräften am Arbeitsplatz dabei, dass alle Mitarbeiter gesund bleiben und es komfortabel haben.

Arbeitsplatzsteuerung

Sobald Unternehmen über Sensoren im Einsatz haben, die die Belegung anzeigen, können sie diese Daten auch in Echtzeit zur Verfügung stellen, um personalisierte Hilfe anzubieten. Über Touchpoints, wie Kioske oder Apps erkennen Gebäudenutzer freie Flächen auf interaktiven Grundrissen sofort. Es hilft ihnen, über die gesamte Fläche ohne Zeitverlust zu navigieren, insbesondere wenn sich die Fläche an Arbeitsplätzen über mehrere Stockwerke verteilt.

Activity Based Working and workplace assistance

Eine Kultur der Eigenverantwortung

Unternehmen setzen zunehmend auf tätigkeitsorientiertes Arbeiten, um stimulierende Bedingungen für Wissensarbeiter zu schaffen. Dabei zielen sie darauf ab, ein breites Spektrum von Aktivitäten optimal zu unterstützen, vom Nachdenken über den Wissensaustausch bis hin zur Zusammenarbeit. Das führt zu besseren Ideen, besseren Entscheidungen, schnelleren Problemlösungen und letztlich zufriedeneren Kunden.

Denken Sie darüber nach, von einem Arbeitsplatzmodell mit zugewiesenem Arbeitsplatz zu einer agilen Arbeitsumgebung zu wechseln? Oder vielleicht haben Sie bereits flexible Arbeitsplätze eingeführt, wollen aber das aktuelle Arbeitsumfeld verbessern? Folgen Sie dem Beispiel von Unternehmen wie der AXA und führen Sie agiles Arbeiten unterstützt durch intelligente Technologien ein.

Bitte zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, wenn Sie mehr erfahren möchten.