Unternehmen können heute in vielen europäischen Ländern in einer einheitlichen Währung tätig sein. Aber was ist mit der Währung von Immobilien? Die grundlegende Maßeinheit für gewerblich genutzte Immobilien ist die Grundfläche und Immobilienverwalter und Facility Manager müssen sich trotzdem mit vielen verschiedenen (nationalen) Messstandards befassen. Je nach verwendetem Messstandard kann die gleiche Netto-Fläche um bis zu 10 % abweichen. Dies macht es unmöglich, die Gebäudeperformance oder die Kosten des Gebäudeservice zu vergleichen.

Die Standardisierung des Flächenmanagements ist nur einer der Bereiche, die von der Europäischen Norm für Facility Management (EN 15221) abgedeckt werden. Der Standard wurde von 30 teilnehmenden Ländern in Europa übernommen und wird zunehmend von Unternehmen und Behörden benutzt.

Warum sollte man diesen Standard benutzen?

Die Implementierung einer (neuen) Norm verursacht Arbeit und Facility Manager berichten bereits jetzt über eine hohe Arbeitsbelastung. Also wozu der Aufwand?

Es gibt viele gute Gründe. Einer der wichtigsten ist, dass dieser Standard eine grenzüberschreitende FM-Anwendung unterstützt und eine langfristige Strategie mit messbaren Verbesserungen ermöglicht. Es hilft Facility Managern und Dienstleistern dabei die gleiche Sprache zu sprechen, Best-Practice-Prozesse zu übernehmen, Qualität objektiv zu definieren und letztendlich die Leistungen zu vergleichen und zu verbessern.

Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:

  • Geld- und Zeitverschwendung vermeiden, indem man das Rad neu erfindet
  • Eine verbesserte Kommunikation und Transparenz bei der Beschaffung und Auftragsvergabe
  • Verbesserte Prozesseffizienz und Ergebnisse
  • Objektive Qualitätsbewertungen und höhere Kundenzufriedenheit
  • Zuverlässiges und sinnvolles (internationales) Benchmarking der Kosten und Leistungen
  • Weniger Zeit für das Löschen von „Brandherden“, heißt einen besseren Fokus auf Innovationen

Was deckt die Europäische Norm ab?

DIE EN 15221 BESTEHT AUS 7 TEILEN

EN 15221-1 Facility Management – Begriffe und Definitionen (2007)

Über ganz Europa hinweg gibt es große Unterschiede im Verständnis von Facility Management, seinen Schwerpunkten und der Terminologie. Dieser erste Standard legt Begriffe fest, die in allen europäischen Ländern verstanden werden können und bietet damit ein gemeinsame Interpretation dessen, was wir meinen, wenn wir über Facility Management sprechen. Sie erläutert auch, wie Facility Management die Grundprozesse und die Support-Prozesse eines Unternehmens auf 3 Ebenen (strategisch, taktisch und operativ) verbindet.

FM-MODELL

EN 15221-2 Leitfaden zur Ausarbeitung von Facility Management-Vereinbarungen (2007)

Dieser Teil bietet Leitlinien für vertragliche Vereinbarungen zwischen den Parteien zur Erbringung von FM-Dienstleistungen. Dies hilft bei der Festlegung des Umfangs Ihres Vertrages und bei der Auswahl der richtigen Partner. Er kann auch dazu eingesetzt werden, die Verantwortlichkeiten des hausinternen Teams festzulegen.

EN 15221-3 Qualität im Facility Management (2012)

Richtlinie zum Messen, Erreichen und Verbessern der Qualität im Facility Management: ausführliche Anleitung dazu, wie man SLAs und KPIs erstellt; Prozessbeschreibung des Qualitätsmanagements im Facility Management.

EN 15221-4 Klassifikation im Facility Management (2012)

Konzentriert auf das Konzept der klassifizierten Produkte/Dienstleistungen durch Definition relevanter Zusammenhänge von Service-Elementen und deren hierarchischen Strukturen, damit verbundener Bedingungen und Kostenzuweisungen.

EN 15221-5 Facility Management-Prozesse (2012)

Bietet FM-Organisationen Richtlinien zur Entwicklung und Verbesserung ihrer strategischen, taktischen und operativen Prozesse, um die primären Aktivitäten zu unterstützen.

EN 15221-6 Flächenmessung im Facility Management (2012)

Eine gemeinsame Basis zur Planung, Gestaltung und Messung von Flächen für bestehende Gebäude und bei Gebäuden, die in der Planung oder Entwicklung sind, einschließlich vieler visueller Darstellungen und Praxisbeispiele. Dieser Teil wurde aus Sicht der Nutzer geschrieben und bietet einen Rahmen zum Messen von Grundflächen in Gebäuden und Bereichen außerhalb von Gebäuden.

EN 15221-7 Benchmarking im Facility Management (2013)

Messungen ohne Bezugspunkt sind von geringem Nutzen. Erst wenn Sie Betriebsdaten in vergleichbare Daten umwandeln, können Sie damit beginnen, zu vergleichen und Leistung zu verstehen. Um vergleichbar zu sein, müssen Daten nach einem gemeinsamen Standard „normalisiert“ werden. Dieser letzte Teil unterstützt Facility Manager dabei, effektive und einheitliche Maßstäbe auf lokaler, nationaler oder internationaler Ebene aufzusetzen, um Einblicke in Leistungen und Kosten zu bekommen.

Der Weg zur kontinuierlichen Verbesserung

Die Rolle heutiger Facility Manager wächst, wie auch der Einfluss, den Sie auf den Unternehmenserfolg haben. Mit dem Eintritt des Internets der Dinge in das Facility Management und der Tatsache, dass Facility Manager zunehmend an die Geschäftsführung berichten, wird die Fähigkeit Daten zu sammeln, zu verstehen und zu vergleichen immer wichtiger.

Dies macht es zwingend erforderlich, Standards für die Sammlung von Daten, die Zielsetzung und die Leistungsmessung im Facility Management anzuwenden. Möglich macht dies der EN 15221 Standard für Facility Management (und die zukünftige ISO 41000, die Teile davon integriert).

Die Implementation der Europäischen Norm (CEN) kann darüber hinaus durch IWMS/CAFM-Software unterstützt werden. Wenn Sie erwägen, eine Software zur Verwaltung eines großen Portfolios zu kaufen oder wenn Sie in der Lage sein wollen, Ergebnisse nach internationalen Standards zu vergleichen, suchen Sie nach einer integrierten Lösung, die Best Practices auf Basis der Europäischen Norm enthält.

MCS Advisory hat reichlich Erfahrung in Europäischen Normungsprojekten, vom Flächenmanagement bis hin zu Outsourcing-Projekten, der Festlegung von intelligenten KPIs und Benchmarking. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie mehr erfahren möchten.